Corona Regeln Update 27.10.2020

Leider haben sich die Regularien durch die aktuell stark steigenden Corona-Infektionen verschärft. Das betrifft auch die CVJM Arbeit.

Für die Posaunenchöre hat der Westbund folgende Empfehlung bereit gestellt (Danke an das Posaunenchor-Team des Kreisverbands für den Hinweis!):

++Update 27.10.2020++

Aufgrund der mittlerweile fast flächendeckend hohen und steigenden Infektionszahlen empfehlen wir ab einem Inzidenzwert von 50 mit den Proben in den  Innenräumen (Gemeindehäuser/Vereinshäuser, Bürgerhäuser…) bis auf Weiteres zu pausieren. 

Die anhaltend hohen Inzidenzen von derzeit (Stand 27.10.2020) 142 bei 435 aktiven Corona Fällen im Kreisgebiet sind ernst. Bitte nehmt sie ernst und überdenkt ALLE eure Gruppenaktivitäten, prüft die Hygienekonzepte. So ist in Gottesdiensten und ähnlichen Veranstaltungen seit einigen Tagen Masken-Pflicht. Weitere Hinweise hierzu findet ihr auf der Seite der EKHN.

Bitte sagt ab, was ihr absagen könnt! So helfen wir gemeinsam mit die Ansteckungszahlen wieder in den Griff zu bekommen. Herzlichen Dank!

heute:morgen Episode #09 Gottesdienste Teil 1

In dieser ersten Folge einer Doppelepisode reden Sandi und Björn über Gottesdienste, Panzer auf Kanzel, warum Sonntagsgottesdienste langeweilig sind und wie sich das ganze entwickelt hat. Das Beste ist: jede Menge Jugendliche kommen zu Wort und verraten, wie sie Gottesdienste so sehen. Das ist eine spannende Reise mit einigen neuen Erkenntnissen. Teil 2 kommt in 2 Wochen!

Weihnachten neu erleben 2020 – Aktion

Manchmal ist schon früh Weihnachten: in diesem Jahr haben sich einige namhafte Menschen und Werke zusammen geschlossen, um “Weihnachten neu Erlebbar” zu machen. 24 Tagesaktionen für Erwachsene (inkl. Kleingruppenmaterial und Videoinputs), Jugendliche (mit Extra-Material für Jugendgruppen und Podcast) und Kinder (inkl. Schoko-Adventskalender)! Am 24.12.2020 um 21 Uhr gibt es dann einen Video-Weihnachtsgottesdienst als Abschluss.
Das alles kostenfrei, bis auf die Materialkosten Buch (14,99€), Adventskalender (6,99€ bestellbar ab dem 18.10.2020).

Wenn ihr noch auf der Suche seit was ihr in der Adventszeit und an Weihnachten 2020 anbieten könnt: hier werdet ihr fündig!

Hygienebestimmungen für Kinder- und Jugendarbeit in Corona-Zeiten

Photo by Matthew Tkocz on Unsplash

In Zeiten einer Pandemie und der veränderten Rechtsbedingungen braucht es Orientierung im Paragraphen-Dschungel. Die möchte ich gern hier anbieten. Ich gehe anhand einiger konkreter Fragen vor (Stand 02.10.2020):

Frage: Ich möchte meinen Teenkreis mit 16 TeilnehmerInnen im Gemeindehaus stattfinden lassen – darf ich das?

Antwort: Generell ja, wenn folgendes gewährleistet ist:

  1. Das Gemeindehaus hat ein dem aktuellen Recht angepasstes Hygienekonzept (darum kümmern sich oft die Betreiber des Hauses). Das weist z.B. aus wie viele Menschen in den Räumen zugelassen sind, wie mit Desinfektionsmitteln/Händedesinfektion umgegangen werden muss.
  2. Eine Teilnehmerliste muss geführt werden, inkl. Datum und Telefonnummer.
  3. Menschen, die in einem Haushalt leben (z.B. Geschwister) oder Gruppen bis 10 Personen, die als feste Gruppe ankommen brauchen in der Veranstaltung den Mindestabstand nicht einzuhalten.
  4. Ein Mindestabstand von 1,5m zwischen einzelnen Gruppen (entweder ein Haushalt oder als Gruppe eintreffende Jugendliche) muss aber auf jeden Fall eingehalten werden. In unserem Beispiel kommen 2 Gruppen a 4 Personen an, 2 sind Geschwister, alle anderen kommen einzeln. D.h. die 2 4er Gruppen und die Geschwister können miteinander OHNE Abstand spielen, sich aufhalten usw. zu allen anderen muss aber der Mindestabstand von 1,5m eingehalten werden.

Frage: Ich möchte ein Veranstaltung mit gem. Essen anbieten (z.B. Frauenfrühstück) mit gemeinsamem Essen veranstalten – darf ich das?

Antwort: Generell ja, wenn folgendes gewährleistet ist:

  1. Das Gemeindehaus hat ein dem aktuellen Recht angepasstes Hygienekonzept (darum kümmern sich oft die Betreiber des Hauses). Das weist z.B. aus wie viele Menschen in den Räumen zugelassen sind, wie mit Desinfektionsmitteln/Händedesinfektion umgegangen werden muss. Zusätzlich einen separaten Raum (Küche) zur Nahrungsmittelzubereitung und eine Vereinbarung zur regelmäßigen und häufigen Reinigung der WCs.
  2. Die Zusammenstellung von Nahrungsmitteln in Vereins-/Gemeindehäusern unterliegt allgemeinen Hygienestandards, die schon seit Jahren bekannt sind, zusätzlich müssen die Servicekräfte bei der Zubereitung und dem Servieren einen Mund-Nase-Schutz tragen.
  3. Von Buffets ist abzuraten, aber die Zusammenstellung von Nahrung auf dem Teller, der dann durch Servicekräfte an den Platz gebracht wird (analog zu Restaurants/Bistros) ist unter Einhaltung der Mindestabstände möglich. Sollten Plätze neu besetzt werden (Ein Gast geht, ein anderer nimmt seinen Platz ein) so ist der Tisch durch die Servicekräfte zu desinfizieren
  4. Die Gäste tragen einen Mund-Nase-Schutz im Haus bis zum Setzen an ihren Platz. Menschen eines Haushalts oder festen Gruppen bis zu 10 Personen ist dabei das Sitzen ohne Abstand erlaubt. Zu allen anderen muss der Mindestand von 1,50m eingehalten werden, der Veranstalter muss für eine klare Regelung der Abstände (z.B. Markierungen am Boden) im Raum sorgen.
  5. Eine Teilnehmerliste für die Veranstaltung (inkl. der Servicekräfte) muss geführt werden, inkl. Datum und Telefonnummer.
  6. Regelmäßiges Durchlüften alle 45 Minuten ist angeraten.

Weitere Informationen findet ihr hier:

Informationen des CVJM Westbund (akt. am 02.10.2020)

Informationen des hessischen Jugendrings (akt. am 02.10.2020)

Der CVJM ist eine Bibelbewegung! Und die Bibel und ihr Verständnis ist in Bewegung Teil 2

Photo by Mirko Blicke on Unsplash

Ersteinmal Danke für Euer Feedback! Der 1. Teil dieses Reihe hat schon einige Rückmeldungen ergeben – das ist wunderbar! Es geht ja um nichts weniger als die Frage: was ist unser Fundament? Worauf bauen wir unseren Glauben? Der Bibelfundamentalismus schlägt vor, dass wir “Buchstabentreu” mit der Bibel umgehen, dass sie von “wahren Predigern, die Klartext reden” ausgelegt werden soll und das man ihr “absoluten Gehorsam zu leisten” habe.

Wie versprochen geht es heute um das gemeinsame Ringen um die Bedeutung der Bibel. Dazu ein kleiner Ausflug in die Überlieferungsgeschichte des “1. Testaments”. Die Ereignisse, die im 1. Buch der Bibel geschildert werden bis zu der Zwischenzeit zwischen den Testamenten umfasst mind. 2000 Jahre, wenn nicht sogar noch mehr. Als ich während des Studiums mitbekommen habe, dass aber die ältesten Dokumente, die uns vorliegen aus dem 2. Jhd. vor Christus stammen habe ich zuerst einen Schock bekommen: da ist so viel Geschichte Gottes weiter gegeben worden, von Generation zu Generation aber es gibt keinen schriftlichen Nachweis davon. Es kann natürlich sein, dass die Dokumente alle zerfallen sind und wir sie darum nicht vorliegen haben. Wahrscheinlicher ist aber, dass gerade am Anfang (die Erzvätergeschichte) Gottes Geschichte mit den Menschen mündlich überliefert wurde. Das muss man sich mal vorstellen! Ich brauche ab 3 Dingen, die ich einkaufen will eine Liste und die Menschen damals merken sich das?

Ja. Und das ist schon der 1. Punkt, den ich weiter geben mag: Gottes Geschichte wird von Menschen weiter gegeben. Mit ihren Worten, ihren Handlungen, der Art und Weise, wie sie ihre Kinder erziehen und ihre Tiere pflegen – kurz von und mit ihrem gesamten Leben. Es ist nicht der Buchstabe auf dem Papier. Wenn man kein Papier hat und Pergament sehr teuer ist, dann braucht es ein anderes Medium zur Weitergabe der Geschichte Gottes mit den Menschen: die Menschen selbst. In Gesprächen, am Lagerfeuer, wenn man in den Himmel schaut und die Sterne sprechen (Psalm 19) oder einen Altar sieht, den der Großvater gebaut hat auf seiner Wanderung. Man kann förmlich spüren, wie die Geschichte Gottes ein und im Gespräch war.

Und das ist der 2. Punkt, den ich weiter geben möchte: Offenbarung Gottes geschieht nicht ohne den Menschen, sondern im Gespräch mit ihm. Das Wort wird Mensch und wohnte unter uns (Johannesevangelium Kapitel 1) Es ist bezeichnend, dass die Bibel kein vom Himmel gefallenes Buch ist, sondern vielmehr ein gewachsenes, geschriebenes Hand-Werk. Jesus diktiert nicht, er spricht. Er fragt. Er hört zu. Natürlich ist all das aufgeschrieben worden, aber erst Jahrzehnte nach dem Tod Jesu. Unterschiedliche Berichte – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sind ein beredetes Zeugnis dieses Gesprächs. Der einzigartige Blick des Teenagers Johannes fasziniert mich immer wieder. Lukas, der Historiker, der akribisch vorgeht. Sie alle geben wieder, was sie gehört, gesehen, geschmeckt und erlebt haben. Ihre Worte folgen der Wirklichkeit. Die Beziehung von der sie berichten kommt vor den Buchstaben.

Und da haben wir den 3. Punkt: da gibt es die Glaubensbeziehung zwischen Mensch und Gott, aber die dreht sich nicht um den Buchstaben, sondern um die Wirklichkeit Gottes. Die ist uns aber letztlich entzogen. Wir lesen die wertvollen und besonderen Geschichten Gottes mit den Menschen, darin begegnet uns der lebendige Gott, aber eben nicht dadurch. Der Glaube, so wird Luther oft zitiert, komme aus der Predigt (Römerbrief 10,17). Wörtlich steht da aber “aus dem Hören”. Und das gilt es zu hören, zu verinnerlichen und zu bewegen. Beziehungen sind dynamisch, nicht statisch. Das erfordert – wie Liebesbeziehungen – immer wieder aufeinander einlassen und zu Veränderungen “Ja” sagen.

Wir brauchen Auseinander-Setzung mit den Geschichten der Bibel. Ja, richtig gelesen: Auseinander setzen. Unterschiedliche Stühle be-setzen. man darf, man muss Positionen beziehen, einander hinter-fragen und herausfordern. Weil die Bibel eben von Menschen weiter gegeben wird, Gesprächscharakter hat und ein Beziehungsgeschehen ist können, sollen, müssen wir gemeinsam auf den Weg sein und bleiben. Und zwar als solche, die Glaubensbeziehung leben, “welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Menschen auszubreiten.”

Buchtipp:

N.T. Wright “Überrascht von der Bibel”, Franke Verlag.

Artikel von Heinzpeter Hempelmann: “Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr”

Hörtipps:

“Bibelfundamentalismus” von Jens Stangenberg

“Das Wort und das Fleisch” Podcast mit Prof. Dr. Thorsten Dietz und Martin Christian Hünerhoff